Wie viele Konten braucht man?
Wie viele Konten braucht der durchschnittliche Deutsche? Reicht es ein einziges kostenloses Girokonto zu besitzen oder müssen es gleich zwei, drei oder noch mehr Konten sein. Auf diese Frage gibt es sicherlich keine eindeutige Antwort, die für alle gleichermaßen zutreffend ist. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass mir ein einziges Konto definitiv zu wenig ist. Und das aus den folgenden Gründen.
Zunächst einmal denke ich, dass es gut mehrere Girokonten zu haben, da man damit quasi nicht alles "auf eine Karte" setzt. Ich hatte vor einigen Jahren einmal Ärger mit dem Finanzamt. Ich hatte einen Steuerbescheid angefochten und wollte die eingeforderte Summe nicht sofort bezahlen. Daraufhin sperrte das Finanzamt mit kurzer Hand das Konto. Ich konnte meine EC Karte nicht mehr einsetzen und kein Geld abheben. Mit nur einem einzigen Konto hätte ich ganz schön in der Klemme gesessen, da ich nicht einmal mehr Bargeld gehabt hätte um mir Essen zu kaufen. Zum Glück hatte ich ein zweites Girokonto bei einer anderen Bank und konnte für eine Weile alle Geldgeschäfte darüber laufen lassen.
Ein weiterer Grund dafür, ein zweites Konto zu eröffnen, klingt zwar komisch aber ein zweites Konto kann auch Kosten sparen. Sehr viele Girokonten sind heutzutage kostenlos. Kosten also keine monatlichen Gebühren. Dadurch, dass ich mehrere kostenlose Konten besitze, ist es mir immer möglich Geld am Automaten abzuheben ohne das eine Automatengebühr anfällt. Stehe ich vor einer Sparkasse, hebe ich Geld von meinem 1822direkt Konto ab und bezahle keine Gebühren. Ist gerade nur eine Dresdner Bank, Postbank oder Deutsche Bank in der Nähe, setze ich die Maestro Karte vom Postbank giro Plus ein um Geld abzuheben. Die Automatengebühren für das Abheben von Bargeld in fremden Banken sind relativ hoch. Mindestens 4 Euro, teilweise sogar 5 Euro Gebühren werden dafür erhoben. Wenn ich das drei oder vier Mal im Monat mache kommt ein unschöner Gebührenbetrag zusammen. Zwei oder mehr Konten können also in dieser Hinsicht helfen Gebühren zu sparen.
Das eigene Geld komplett zu einer einzigen Bank zu schaffen, wäre mir in Zeiten der Finanzkrise auch zu riskant. Wer weiß welche bösen Überraschungen noch in der Zukunft lauern. Ich denke es kann nicht schaden sein Geld auf mehrere Konten zu verteilen, wobei man das eher auf verschiedene kostenlos Tagesgeldkonten statt Girokonten machen sollte. Für Tagesgeld gibt es immer noch bessere Zinsen.
In den Augen einer Bank, die für einen Kunden eine Risikoeinstufung machen soll, ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn sie mehrere Konten und Karten besitzen. Daran kann die Bank sehen, dass sie mit mehreren Girokonten umgehen können. Sie signalisieren dadurch ein geringeres Risiko als jemand der sein ganzen Leben nur ein einziges Girokonto hatte. Trotzdem denke ich, dass man nicht auf Zwang heraus drei, vier oder mehr Konten besitzen sollte nur weil sie kostenlos sind. Die gesunde Mischung macht es. Mit jedem Konto wächst auch ihre Verantwortung. Es kann schwer sein den Überblick zu bewahren, wo genau wie viel Geld drauf ist. Jedes Konto kommt mit seinem eigenen Dispokredit. Es erfordert sehr viel Disziplin, nicht mehr Geld auszugeben als man monatlich zur Verfügung hat. Als Faustregel würde ich sagen, dass zwei Konten perfekt sind. Ein Konto auf das man Lohn, Gehalt oder Rente ausgezahlt bekommt. Ein zweites Konto auf dem man Sparen kann und Geld für besondere Situationen zurückhalten kann.
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